Nationalität

Reden wir mal nicht von den dummen Nazis. Diese ewig Gestrigen haben es uns versaut, das Gefühl haben zu können, zu einer Nation zu gehören - die und Ihre Väter und Großväter: Die Deutsche Geschichte gerade bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts war etwas, auf das man "Als Deutscher" nicht stolz sein kann. Millionenfacher Mord im Namen einer eingebildeten "Herrenrasse", Weltkriege mit Großmannssucht, ein österreichischer Hutzelzwerg, der sich als "Führer aller Deutschen" aufgespielt hat und auch noch von einer dummen Masse bejubelt wurde - wirklich nichts, worauf man sich als Deutscher stützen könnte.

Was ist denn eigentlich eine Nation? Wikipedia schreibt dazu:

"Der Begriff Nation (über franz. nation aus lat. natio "Geburt; Herkunft; Volk(sstamm)") bezeichnet begrifflich eine Abstammungsgemeinschaft, wird jedoch zumeist für eine durch gemeinsame Traditionen, Sitten oder Gebräuche definierte Gruppe von Personen mit Anspruch auf staatliche Souveränität verwendet."

Also eine Abstammungsgemeinschaft? Gemeinsame Vorfahren? Gemeinsame Traditionen, Sitten und Gebräuche? Erst mal die Abstammungsgemeinschaft. Meine Mutter ist in Danzig geboren, mein Vater in der Nähe von Königsberg. Ich habe im Rheinland das Licht der Welt erblickt. Ist es die Herkunft?

Wieder Wikipedia dazu:

"Homogenität der Herkunft - Nation wird als ethnische Homogenität (als "Volk"), aber auch als Stamm (Stammesvolk, früher Völkerstamm) verstanden (vgl. dazu Tribalismus, Reservation). Diese Definition der Nation geht von der gemeinsamen Abstammung der Angehörigen der Nation und einer daraus resultierenden Kultur- und Spracheinheit aus. Die Vorstellung vom ethnisch homogenen Nationalstaat gipfelte im 20. Jahrhundert in verschiedenen ethnischen Säuberungen. "

Das passt mir ja nun gar nicht. Einmal habe ich nicht den "gleichen" Stamm wie die anderen Rheinländer um mich herum, zum anderen würde ich niemals auf die Idee einer "ethnischen Säuberung" kommen. Wenn ich meine Wangenpartie und die Augen anschaue, waren da sicher einmal ein paar Asiaten bei meinen Vorfahren - muss aber schon lange her sein. Zu welchem Stamm gehöre ich denn nun?

Vielleicht etwas anders? Wikipedia kennt noch weitere Begrifflichkeiten:

"Homogenität des Staatswillens - Nation ist hier ein politischer Zusammenschluss als Staat (Staatsnation). Nation ist dann die emphatisch geeinte, politisch souverän organisierte und geordnete Staatsnation. Territorialer Zusammenhang kann, muss aber nicht sein. Ethnische, religiöse und sprachliche Gegebenheiten sind nachrangig. In Frankreich, einem zentralistischen Staat, versucht man unter dem Sinnbild der Grande Nation die Stände, aber auch die autonomen Bestrebungen der Regionen und Volksgruppen (z.B. der Bretonen, Korsen, Basken) in die Nation zu integrieren. Ein Musterbeispiel ist die Schweiz als selbsternannte Willensnation."

Das hört sich schon besser an. Ein politischer Zusammenschluss. Die deutsche Nation hätte sich dahingehend zusammengeschlossen. Freiwilligkeit finde ich gut. Ich bin also freiwillig Mitglied der Nation der Deutschen? Mit meinen Mit-Nationalen habe ich den gemeinsamen Willen, eine Nation zu sein und einen gemeinsamen Staatswillen? Und der ganze Herkunft-Quatsch kann vergessen werden? - Hört sich wirklich schon besser an.

"Homogenität der Kultur - Nation ist in dieser Ausformung Homogenität der Sprache und Tradition (Kulturnation). Nation ist dann die durch die Geschichte bewahrte Einheit in Sprache, Kultur und Traditionen (zahlreiche Überlappungen mit dem in der Romantik geprägten "Volks"-Begriff). Sie lässt sich nicht durch territoriale Grenzen definieren. Dies gilt für die Kulturnation Deutschland, ebenso für andere überstaatliche nationale Gemeinschaften. "

Da findet man Deutschland: Die gemeinsame Tradition, gemeinsame Sprache und gemeinsame Kultur. Nun ja - wenn wir ehrlich sind: Da gibt es schon viele regionale Unterschiede in Traditionen: Wenn es um den Karneval geht verbindet uns Rheinländer mehr mit den Favelas in Rio de Janeiro als mit den trinkfesten Bayern. Aber Weihnachten, Ostern und Silvester sind gleich und werden ähnlich gefeiert. Die vielen Dialekte als eine Sprache zu verstehen fällt auch nicht ganz einfach - aber zumindest wird die eine Sprache in allen Schulen gelehrt - und somit von den Meisten verstanden. Wir bestatten unsere Toten - anstelle sie wie vielleicht irgendwo anders üblich aufzuessen. Und "Nation" ist unabhängig von Grenzen - da passen dann auch noch die Österreicher, viele Schweizer und einige Südtiroler, die deutschsprechenden Dänen und selbst die "Bayern in der Bronx" noch prima in den Begriff der Deutschen Nation. Etwas gemeinsam mit der Nation der Juden hätte die Nation der Deutschen dann auch: Die Definition für "Nation".

Welcher Begriff für Nation zählt denn nun? Wenn man wissen will, was die eigene Nationalität ist, sollte man doch auch wissen, was denn eine Nation ist ...

Nur ein paar Gedanken von Markus Lenk

(Wikipedia-Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nation)

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Nation

Biographien

Ein paar Verweise auf Biographien:

- Fidel Castro

- Friedrich Engels

- Klaus Kinski

- Erich Kästner

- Kim Basinger